Beim Fasten verzichtet man
für eine bestimmte Zeit vollständig oder teilweise auf bestimmte Speisen,
Getränke und Genussmittel. Traditionelles Heilfasten und Intervallfasten können
dabei helfen, gesund abzunehmen und das Körpergewicht zu halten. Beim Fasten
schüttet der Körper Stoffe aus, die Entzündungen dämpfen können. Allerdings
löst der totale Verzicht auf Nahrung Stress aus: Der Körper reduziert den
Energieverbrauch und baut Eiweiß in den Muskeln ab.
Intervallfasten kann vor Diabetes schützen
Beim Intervallfasten kann man zwischen
täglichen Essenspausen oder ganzen Fastentagen wählen - zum Beispiel 16 Stunden
während der Nacht pausieren, eine Mahlzeit am Tag ausfallen lassen oder fünf
Tage in der Woche normal essen und zwei Tage nichts. Dadurch lernt der
Stoffwechsel, von seinen Reserven zu leben, und der Muskelabbau wird
verhindert. In der restlichen Zeit isst man in Maßen, worauf man Lust hat.
Trinken darf man auch während des Fastens - aber nur kalorienfreie Getränke
(Wasser, ungesüßter Tee oder maßvoll schwarzen Kaffee). Studien haben gezeigt,
dass Intervallfasten beim Abnehmen hilft und auch vor Diabetes (Typ 2) schützen
kann und möglicherweise sogar bei Krebstherapien unterstützend wirkt.
So funktioniert
Intervallfasten
Schon seit Urzeiten ist der menschliche
Stoffwechsel auf Fastenzeiten gepolt. In Zeiten des Überflusses schlemmten
unsere Vorfahren ungehemmt, in Zeiten des Mangels blieb der Magen dafür einige
Stunden oder Tage leer. Der menschliche Körper übersteht längere
Hungerperioden, indem er in verschiedenen Organen und Geweben Energiereserven
speichert und bei Bedarf wieder mobilisiert.
Beim Intervallfasten kommt es zu heilsamen
biochemischen Veränderungen im Körper, etwa zu einem verbesserten Zucker- und
Fettstoffwechsel. Der Stoffwechsel wird nicht gedrosselt, die Muskelmasse nicht
abgebaut. Dadurch wird der gefürchtete Jo-Jo-Effekt vermieden.
Quelle Bild: www.eatsmarter.de
Vorsicht bei Vorerkrankungen
Intervallfasten ist nicht
geeignet bei:
- Niedrigem
Blutdruck
- Schwangerschaft
und Stillzeit
- verschiedenen
Stoffwechselerkrankungen
- Essstörungen
wie Anorexie oder Bulimie
- Untergewicht
- hohem
Lebensalter
- vielen
chronischen Krankheiten - den Arzt fragen
Beim Intervall-Fasten kann man zwischen
täglichen Essenspausen oder ganzen Fastentagen wählen.
Fasten nach der 8:16-Methode
Wer keine
ganzen Tage fasten möchte, kann längere Essenspausen in den Tagesablauf einbauen.
Bei der 8:16-Diät lässt man eine
Mahlzeit pro Tag ausfallen, damit man 16 Stunden am Stück auf Nahrung
verzichtet. Wer zum Beispiel nach 17 Uhr nichts mehr isst, darf am nächsten
Morgen um 9 Uhr wieder frühstücken. Ein angenehmer Nebeneffekt: Der Körper hat
so nachts weniger mit der Verdauung zu tun, was der Schlafqualität zugutekommt.
Darauf müssen Sie
beim Fasten achten
Beim Fasten ist es wichtig, in den Phasen der
Nahrungsaufnahme nicht mehr zu essen als gewohnt. Zwischen den Mahlzeiten
sollte man Pausen von mindestens vier bis fünf Stunden einhalten. Denn isst man
zwischendurch, wandelt der Körper die Kohlenhydrate in Zucker um und dieser
geht direkt ins Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt, der Körper schüttet Insulin
aus und stoppt den Fettabbau. Die rasche Insulinausschüttung kann zu einer
leichten, kurzzeitigen Unterzuckerung und Heißhungerattacken führen.
Trinken beim Intervallfasten
Trinken darf und sollte man auch während des
Fastens - aber nur kalorienfreie Getränke wie Wasser, ungesüßter Tee oder
maßvoll schwarzen Kaffee.
Tipps zum
Intervallfasten
- Essen
Sie nach dem Intervallfasten normal, keine größeren Portionen
- Keine
Snacks zwischen den Mahlzeiten
- Wasser
oder ungesüßter Tee helfen, während der essensfreien Zeit Hungerlöcher zu
überbrücken
- Machen
Sie nach der ersten Mahlzeit einen kleinen Spaziergang oder treiben Sie
ein wenig Sport
Im Tierversuch
verhindert Fasten Diabetes
Noch gibt es nur wenige Studien zum
Intervallfasten beim Menschen. Tierversuche mit Mäusen zeigten aber
bereits beeindruckende Ergebnisse: Die Methode "An einem Tag essen, am
nächsten Tag fasten" (Alternate Day Fasting) verlängerte nachweislich das
Leben der Tiere. Den Grund dafür sehen Experten in einem Zellreinigungsprozess
(Autophagie), den das Fasten auslöst. Er reinigt und entgiftet den Körper. Das
Intervallfasten trainierte den Stoffwechsel der Mäuse so effektiv, dass ein
beginnender Typ-2-Diabetes verhindert wurde: In der Leber sammelten sich
weniger Gifte, die Mäuse konnten das Insulin wieder besser verarbeiten.
Wirkung auf den
Menschen wird erforscht
Die Forscher gehen davon aus, dass sich die
Ergebnisse aus dem Tierversuch auf den sehr ähnlichen Stoffwechsel des Menschen
übertragen lassen. Aktuelle Studien zum Intervallfasten befassen sich mit der
Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und
Schlaganfall sowie neurologischen Krankheiten wie Multipler Sklerose, Morbus
Parkinson oder Demenz durch Intervallfasten.
Quelle: www.ndr.de / Gesundheitsmagazin
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